Cabrio und lau­te Musik? Erlaubt oder Lärm­be­läs­ti­gung?

24. April 2018 End­lich ist die Son­ne da. Früh­ling und Son­nen­schein machen gute Lau­ne und für vie­le Auto­fah­rer gehört der pas­sen­de Sound­track ein­fach dazu. Gern teilt so man­cher Auto­fah­rer sei­ne lau­te Musik mit der Umwelt. Fens­ter run­ter, Son­nen­bril­le auf, Ellen­bo­gen raus und die Musik noch ein biss­chen lau­ter. Gibt es eine bestimm­te Laut­stär­ke, die ver­bo­ten ist? Wann spricht man von Lärm­be­läs­ti­gung?

Lärmbelästigung beim Autofahren?

Es gibt kei­ne genau Rege­lung, wie laut die Musik sein darf.

In der Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung bleibt es recht vage. Eine genaue Rege­lung gibt es nicht. Das Hör­ver­mö­gen sol­le wäh­rend der Fahrt nicht beein­träch­tigt wer­den, steht dort. So weit so gut. Doch was heißt das genau? Die Musik darf den Fah­rer nicht stö­ren. Er soll­te immer noch alles mit­be­kom­men. Eine kon­kre­te Dezi­bel-Zahl gibt es nicht. Mehr Infos fin­den Sie in der Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung.

Die Umge­bungs­ge­räu­sche muss man hören kön­nen.

Der Fah­rer soll­te aber die Geräu­sche sei­ner Umge­bung mit­be­kom­men. Wenn ein Kran­ken­wa­gen mit Mar­tins­horn vor­bei­fährt und der Fah­rer wei­ter rhyth­misch mit den Fin­gern auf sein Lenk­rad trom­melt, mit dem Kopf wackelt und nichts mit­be­kommt, soll­te er die Laut­stär­ke unbe­dingt her­un­ter­dre­hen.

Fahr­rad­fah­rer dür­fen auch Musik hören.

Das gilt genau­so für Fahr­rad­fah­rer, die mit Kopf­hö­rern durch die Stra­ßen radeln. Das Musik­hö­ren ist nicht ver­bo­ten. Es soll­te nur ein biss­chen lei­ser sein, damit man auf Gefah­ren reagie­ren kann.

Viel­leicht kann man nicht hören, dass man etwas oder jeman­den ange­fah­ren hat.

Es soll schon Auto­fah­rer gege­ben haben, die ihre Musik so laut hat­ten, dass sie gar nicht bemerkt haben, dass sie gegen ein Auto gefah­ren sind oder noch schlim­mer einen Men­schen ange­fah­ren haben. Die Unacht­sam­keit kann als Fah­rer­flucht (uner­laub­tes Ent­fer­nen vom Unfall­ort) inter­pre­tiert wer­den. Vie­le glau­ben, dass der Haft­pflicht­ver­si­che­rer dann sogar die Zah­lung ver­wei­gern kann. Das stimmt so aber nicht. Der Ver­si­che­rer kann maxi­mal 5000 Euro Regress for­dern.

Nach­ge­wie­sen ist auch, dass Fah­rer bei lau­ter Musik lang­sa­mer reagie­ren. Es ist also bes­ser, den Som­mer­sound­track dezent im Hin­ter­grund lau­fen zu las­sen.

Zu lau­te Musik ist Lärm­be­läs­ti­gung.

Die eine Fra­ge ist, ob die lau­te Musik gefähr­lich für den Stra­ßen­ver­kehr ist. Die ande­re Fra­ge ist aber, was die Umge­bung zur Liebglings­mu­sik sagt. Ein Auto­fah­rer, der sei­ne Umge­bung laut­stark mit sei­nem Som­mer­hit beläs­tigt, muss mit einem Ver­warn­geld wegen Lärm­be­läs­ti­gung rech­nen. In der Regel sind das 10 Euro. Haben Sie Fra­gen? Dann nut­zen Sie unse­re kos­ten­lo­se Erst­be­ra­tung!