Die fünf größten Fahrrad-Irrtümer: Testen Sie Ihr Wissen.

Die fünf größten Fahrrad-Irrtümer
14. Mai 2018 Fahrrad­fahren im Straßen­verkehr sorgt immer wieder für Diskus­sio­nen. Vor allem zwis­chen Aut­o­fahrern und Fahrrad­fahren scheinen die Fron­ten ver­härtet. Hat man auf dem Fahrrad Son­der­rechte? Darf man auf dem Draht­e­sel z. B. immer ent­ge­gen der Ein­bahn­straße fahren? Zahlt die Ver­sicherung nicht, wenn ich keinen Helm trage? Und hof­fentlich mis­chen sich jet­zt keine Fußgänger ein…

 

Irrtum Nummer 1: „Zu schnell kann man mit dem Fahrrad ja gar nicht fahren.“

Natür­lich müssen sich auch Fahrrad­fahrer an Geschwindigkeits­be­gren­zun­gen hal­ten. Wer fit ist, schafft es auch mal in ein­er Tem­po-30-Zone zu schnell unter­wegs zu sein. Auch in diesem Fall dro­ht dem Fahrrad­fahrer ein Bußgeld. Wer geblitzt wird, kann aber auch ziem­lich sich­er davon aus­ge­hen, dass er keine Post bekommt. Kennze­ichen für Fahrrän­der gibt es ja noch nicht.

 

Irrtum Nummer 2: „Fahrradfahrer können nicht gezwungen werden, auf dem Fahrradweg zu fahren.“

Fahrradweg

Doch! So ein­fach ist das. Aus­nahme:  Der Fahrrad­weg ist einem des­o­lat­en Zus­tand und kann nicht befahren wer­den. Ein Baum versper­rt den Rad­weg, ein Alt­glas­con­tain­er ist umge­fall­en oder Ähn­lich­es kön­nen das Fahren auf der Straße erlauben. Sollte man schlicht keine Lust haben, auf dem Rad­weg zu fahren, kann einem ein Bußgeld dro­hen.

 

Irrtum Nummer 3:  „Kinder dürfen überall fahren.“

Für Kinder gel­ten beson­dere Regeln. Bis zum vol­len­de­ten acht­en Leben­s­jahr müssen Kinder sog­ar auf dem Bürg­er­steig fahren, weil der Straßen­verkehr noch viel zu gefährlich ist. Das gilt dann auch für den Rad­weg. Bis zum vol­len­de­ten zehn­ten Leben­s­jahr dür­fen die Kinder entschei­den, ob sie noch auf dem Gehweg oder schon auf dem Rad­weg fahren.

 

Irrtum Nummer 4: „Wenn ich keinen Helm trage und einen Unfall habe, zahlt der Versicherer nicht. “

Ist ein Fahrradhelm Pflicht?Falsch! Es gibt in Deutsch­land keine Helmpflicht. Ein Fahrrad­fahrer wurde schuld­los in einen Unfall ver­wick­elt (Dann sollte man übri­gens so schnell wie möglich Kon­takt zu uns aufnehmen.). Der geg­ner­ische Ver­sicher­er muss die vollen Kosten übernehmen, auch wenn der Helm so manche Ver­let­zun­gen ver­hin­dert hätte. Darüber hat sog­ar schon der BGH so entsch­ieden.

 

Einbahnstraße für Fahrradfahrer

Irrtum Nummer 5: „Als Fahrradfahrer darf ich immer gegen die Einbahnstraße fahren.“

Wieder falsch! Dür­fen Fahrrad­fahrer in die Ein­bahn­straße fahren, ist das durch ein kleines Schild zusät­zlich gekennze­ich­net. Wenn man dann ent­ge­gen der Rich­tung fährt, sollte man auf die ent­ge­genk­om­menden Autos acht­en. Fehlt der Hin­weis und man fährt trotz­dem durch die Ein­bahn­straße, kostet das Geld (wenn man erwis­cht wird.).

Cabrio und laute Musik? Erlaubt oder Lärmbelästigung?

24. April 2018 Endlich ist die Sonne da. Früh­ling und Son­nen­schein machen gute Laune und für viele Aut­o­fahrer gehört der passende Sound­track ein­fach dazu. Gern teilt so manch­er Aut­o­fahrer seine laute Musik mit der Umwelt. Fen­ster runter, Son­nen­brille auf, Ellen­bo­gen raus und die Musik noch ein biss­chen lauter. Gibt es eine bes­timmte Laut­stärke, die ver­boten ist? Wann spricht man von Lärm­beläs­ti­gung?

Lärmbelästigung beim Autofahren?

Es gibt keine genau Regelung, wie laut die Musik sein darf.

In der Straßen­verkehrsor­d­nung bleibt es recht vage. Eine genaue Regelung gibt es nicht. Das Hörver­mö­gen solle während der Fahrt nicht beein­trächtigt wer­den, ste­ht dort. So weit so gut. Doch was heißt das genau? Die Musik darf den Fahrer nicht stören. Er sollte immer noch alles mit­bekom­men. Eine konkrete Dez­i­bel-Zahl gibt es nicht. Mehr Infos find­en Sie in der Straßen­verkehrsor­d­nung.

Die Umgebungsgeräusche muss man hören können.

Der Fahrer sollte aber die Geräusche sein­er Umge­bung mit­bekom­men. Wenn ein Kranken­wa­gen mit Mar­tin­shorn vor­beifährt und der Fahrer weit­er rhyth­misch mit den Fin­gern auf sein Lenkrad trom­melt, mit dem Kopf wack­elt und nichts mit­bekommt, sollte er die Laut­stärke unbe­d­ingt herun­ter­drehen.

Fahrradfahrer dürfen auch Musik hören.

Das gilt genau­so für Fahrrad­fahrer, die mit Kopfhör­ern durch die Straßen radeln. Das Musikhören ist nicht ver­boten. Es sollte nur ein biss­chen leis­er sein, damit man auf Gefahren reagieren kann.

Vielleicht kann man nicht hören, dass man etwas oder jemanden angefahren hat.

Es soll schon Aut­o­fahrer gegeben haben, die ihre Musik so laut hat­ten, dass sie gar nicht bemerkt haben, dass sie gegen ein Auto gefahren sind oder noch schlim­mer einen Men­schen ange­fahren haben. Die Unacht­samkeit kann als Fahrerflucht (uner­laubtes Ent­fer­nen vom Unfal­lort) inter­pretiert wer­den. Viele glauben, dass der Haftpflichtver­sicher­er dann sog­ar die Zahlung ver­weigern kann. Das stimmt so aber nicht. Der Ver­sicher­er kann max­i­mal 5000 Euro Regress fordern.

Nachgewiesen ist auch, dass Fahrer bei lauter Musik langsamer reagieren. Es ist also bess­er, den Som­mer­sound­track dezent im Hin­ter­grund laufen zu lassen.

Zu laute Musik ist Lärmbelästigung.

Die eine Frage ist, ob die laute Musik gefährlich für den Straßen­verkehr ist. Die andere Frage ist aber, was die Umge­bung zur Liebglingsmusik sagt. Ein Aut­o­fahrer, der seine Umge­bung laut­stark mit seinem Som­mer­hit belästigt, muss mit einem Ver­warn­geld wegen Lärm­beläs­ti­gung rech­nen. In der Regel sind das 10 Euro. Haben Sie Fra­gen? Dann nutzen Sie unsere kosten­lose Erst­ber­atung!

BGH streicht fiktive Abrechnung im Werkvertragsrecht!

19. März 2018 Wichtig: Das gilt jedoch nur für die fik­tive Abrech­nung im Bau- und Werkver­tragsrecht und nicht für den Bere­ich KFZ-Schaden. Auswirkun­gen kann das Urteil den­noch für den Auto­mo­bilsek­tor haben, näm­lich dann, wenn es nach ein­er Fahrzeu­greparatur um Gewährleis­tung geht. Denn jede Reparatur ist ein Werkver­trag. In der Baubranche wird das BGH-Urteil zu erhe­blichen Verän­derun­gen führen. Was Sie son­st noch wis­sen müssen, haben wir für Sie zusam­menge­fasst:

Keine Auswirkungen auf Kauf- und Deliktsrecht

Das Wichtig­ste vor­weg: Der BGH sieht keine Auswirkun­gen auf den Bere­ich Kauf- und Delik­t­srecht (z. B. Schadenser­satz nach einem Verkehrsun­fall). Die Entschei­dung hängt mit den beson­deren Merk­malen bzw. Eigen­heit­en des Werkver­tragsrechts zusam­men. Es bleibt abzuwarten, ob die Ver­sicherungswirtschaft und Recht­sprechung ver­suchen wird, diese Entschei­dung auch auf andere Bere­iche auszudehnen.

Fik­tive Abrech­nung bedeutet, dass der Geschädigte entschei­den kann, ob er möchte, dass ein Man­gel behoben wird oder ob er mit dem Man­gel lebt und ein­fach das Geld für die fik­tiv­en Reparaturkosten erhält.

Ein Beispiel

Herr Müller baut ein Haus. Die Fir­ma XY ver­legt die Fliesen im Bad. Fir­ma XY schlampt, die Boden­fliesen sind uneben. Herr Müller denkt sich, halb so schlimm, Tep­pich drauf, sieht kein­er. Er beauf­tragt einen Gutachter, um die Besei­t­i­gungskosten zu ermit­teln und will sich den entsprechen­den Betrag auszahlen lassen. Der Garten muss ja auch noch gemacht wer­den.

Diese Möglichkeit unter­sagt der BGH jet­zt!

Das steht im Urteil

Im Leit­satz des Urteils heißt es: „Der Besteller, der das Werk behält und den Man­gel nicht beseit­i­gen lässt, kann im Rah­men eines Schadenser­satzanspruchs statt der Leis­tung … gegen den Unternehmer … seinen Schaden nicht nach den fik­tiv­en Män­gelbe­sei­t­i­gungskosten bemessen …“ (BGH, Urteil vom 22.02.2018, Az. VII ZR 46/17)

Das bedeutet also, dass der Auf­tragge­ber, der ein man­gel­haftes Werk erhal­ten hat, nicht mehr nach Gutacht­en abrech­nen und den Man­gel ein­fach so belassen kann.

Keine fiktive Abrechnung? Und jetzt?

Welche Möglichkeit­en hat Herr Müller nun nach diesem Urteil? Ihm ste­hen natür­lich die nor­malen Gewährleis­tungsansprüche zu. Er kann also den Schaden beheben lassen. Sollte die Fir­ma XY den Man­gel nicht beseit­i­gen kön­nen oder wollen, kann Herr Müller einen andere Fir­ma beauf­tra­gen.

Und wenn Herr Müller Geld statt der Reparatur möchte? Dafür hat der BGH einen kom­plizierten Ausweg entwick­elt. Der BGH hat eine so genan­nte Dif­ferenz-The­o­rie geschaf­fen. Ähn­lich wie bei der Wert­min­derung im KFZ-Schaden muss man den Wert des Eigen­tums mit und ohne Man­gel ver­gle­ichen. Man müsste dann unter­suchen, ob Herr Müllers Haus mit unebe­nen Fliesen weniger Wert wäre, als mit kor­rekt ver­legten Fliesen. Diese Dif­ferenz müsste die Fir­ma XY dann aus­gle­ichen. Die Dif­ferenz wird jedoch in der Regel deut­lich niedriger als die Reparaturkosten sein.

 

Soll­ten Sie Fra­gen zum The­ma haben, melden Sie sich gern!

 

 

Freie Sicht ist Pflicht!

26. Feb­ru­ar 2018 Der Win­ter hat uns wieder ein­mal kalt erwis­cht. Schnee schip­pen, Win­ter­schuhe suchen und mor­gens schnell das Auto start­bere­it machen. Die Wind­schutzscheibe kratzen. Ach nee, zu anstren­gend und es ist auch schon ganz schön spät. Ein Guck­loch reicht doch auch. Wirk­lich?

Das sagt die Straßenverkehrsordnung

Auf keinen Fall. Die freie Sicht ist sog­ar in der Straßen­verkehrsor­d­nung fest­geschrieben. Wer mit der hal­b­vereis­ten Scheibe los­fährt, riskiert erst ein­mal ein Ver­warn­geld. Doch nicht nur die Wind­schutzscheibe muss frei gekratzt wer­den. Alles, was man so zum Fahren braucht und was gese­hen wer­den sollte, muss auch enteist wer­den. Schwein­wer­fer, Blink­er, Rück­licht und auch das Kennze­ichen sollen ohne Prob­leme zu sehen sein. Auch die Schneedecke auf dem Auto kann gefährlich wer­den. Ein­mal scharf gebremst und die freie Sicht ist dahin.

Scheibenwischer gehören dazu!

Auch Scheiben­wis­ch­er und Wis­chwass­er müssen funk­tion­ieren, son­st dro­ht auch hier ein Ver­warn­geld. Die fünf Euro Ver­warn­geld für man­gel­hafte Scheiben­wis­ch­er wür­den wahrschein­lich die wenig­sten Fahrer wirk­lich stören. Das Prob­lem liegt woan­ders.

Motor laufen lassen ist verboten!

Immer wieder kann man beobacht­en, dass Fahrer beim Kratzen den Motor laufen lassen. Wahrschein­lich haben sie die Hoff­nung, dass die Lüf­tung beim Tauen hil­ft und das Auto wenig­stens mol­lig warm beim Ein­steigen ist. Doch auch das ist ver­boten und kann 10 Euro kosten. Mehr Infor­ma­tio­nen zum Bußgeld­kat­a­log find­en Sie hier.

Das sagt der Versicherer:

Denn was passiert, wenn ein Fahrer wegen der nur not­dürftig freigekratzten Scheibe einen Unfall verur­sacht? In diesem Fall kön­nte der Ver­sicher­er sich sog­ar weigern, die Zahlung zu übernehmen und dem Fahrer grob fahrläs­siges Han­deln vor­w­er­fen. Sollte der Fahrer mit dem Guck­loch in der Wind­schutzscheibe den Unfall nicht verur­sacht haben, son­dern lediglich darin ver­wick­elt sein, kön­nte dem Fahrer trotz­dem eine Mithaf­tung dro­hen.

Das sagt der Anwalt:

Let­ztlich gilt, dass Aut­o­fahrer nicht nur sich selb­st, son­dern vor allem den anderen Verkehrsteil­nehmern einen Gefall­en tun. Die freie Sicht ist wichtig. Also denken Sie neben der Wind­schutzscheibe auch an alle anderen Scheiben und Spiegel.

Haben Sie weit­ere Fra­gen zum The­ma Verkehrssicher­heit und zu Ihren Recht­en, ste­hen wir Ihnen gerne zur Ver­fü­gung.

Schlaglöcher – Wer zahlt den Schaden?

15. Feb­ru­ar 2018 Die Tem­per­a­turen schwanken und auf den Fahrbah­nen sieht man die Auswirkun­gen. Der Straßen­be­lag platzt und unschöne Schlaglöch­er entste­hen. Dass Schlaglöch­er nicht nur ein Schön­heits­fehler sind, merken Aut­o­fahrer, wenn Sie den Schaden an ihrem Fahrzeug haben. Doch wer bezahlt den Schaden? Der Bund, Städte und Gemein­den, weil sie dafür sor­gen müssen, dass die Straßen in Ord­nung sind. Stich­wort: Verkehrssicherungspflicht! Oder der Fahrer selb­st

Als Fahrer muss man auch auf den Zustand der Straße achten!

Das Inter­es­san­teste vor­weg: Es gibt keines­falls einen Anspruch auf eine kom­plett unversehrte Straße, vor allem, wenn es sich um Neben­straßen han­delt. Das bedeutet, dass man als Aut­o­fahrer neben dem Straßen­verkehr auch die Straße selb­st im Blick haben muss. Ist das Schla­gloch also klar zu erken­nen haftet die Gemeinde nicht. Also: Augen auf, und Geschwindigkeit runter!

Wer muss sich um den Zustand der Straßen kümmern.

Es kommt darauf an, wer der Träger der so genan­nten Straßen­baulast ist. Je nach Straße kön­nen das Bund, Län­der, Gemein­den, Land­kreise, Städte oder Gemein­den sein. Es gibt sog­ar Straßen, für die Pri­vat­per­so­n­en zuständig sind.
Kommt nun z. B. die Stadt oder Gemeinde Ihrer Verkehrssicherungspflicht nicht nach, ist diese verpflichtet den Schaden zu bezahlen. Was gehört also zur Verkehrssicherung? Die Städte und Gemein­den sind verpflichtet, die Fahrer vor ein­er schlecht­en Fahrbahn und eventuellen Gefahren zu schützen oder wenig­stens zu war­nen. Zahlen müssen die Städte und Gemein­den also, wenn sie das Schla­gloch wed­er beseit­igt, noch davor gewarnt haben und deshalb ein Unfall ent­standen ist. Der jew­eilig Zuständi­ge muss stark befahrene Straßen z. B. sog­ar mehrmals in der Woche kon­trol­lieren. Weniger fre­quen­tierte Straßen kön­nen sel­tener kon­trol­liert wer­den.

Doch wie schnell muss man kaputte Straßen reparieren?

Die Straßen wer­den also regelmäßig kon­trol­liert. Das Schla­gloch ist da. Und nun? Erst ein­mal kann ein Warn­hin­weis aus­re­ichen und vielle­icht noch eine Geschwindigkeits­be­gren­zung ange­bracht wer­den. Danach sollte das Schla­gloch möglichst schnell, vor­erst pro­vi­sorisch, gefüllt wer­den. Das führt nun allerd­ings dazu, dass einige Städte und Gemein­den ihre Schlaglöch­er nur noch pro­vi­sorisch füllen und die Prob­leme und Schlaglöch­er wer­den jedes Jahr größer.

Was Sie im Schadensfall tun sollten:

Wie nach jedem Unfall soll­ten Sie den Schaden und auch das Schla­gloch fotografieren. Dazu gehören auch die Umge­bung und ggf. Schilder. Wenn Sie weit­ere Fra­gen haben, ste­hen wir Ihnen gern zur Ver­fü­gung.

Das raten die Experten nach dem 56. VGT

29. Jan­u­ar 2018 Cannabis, Ras­er, Fahrerflucht, Schw­erver­let­zte… Das waren einige der The­men auf dem 56. Verkehrs­gericht­stag in Goslar. Über 1800 Experten haben über einige wichtige Fra­gen im Straßen­verkehr disku­tiert. Das sind einige Empfehlun­gen der Experten:

Fahrerflucht

Die so genan­nte Unfall­flucht soll grund­sät­zlich eine Straftat bleiben, auch bei Blech­schä­den. Allerd­ings, so die Experten, müssten präzis­ere For­mulierun­gen (z. B. in Bezug auf die Wartezeit) her. Deshalb soll der Geset­zge­ber Möglichkeit­en der Strafmilderun­gen schaf­fen, vor allem, wenn der Täter Reue zeigt. Wird ein Men­sch ver­let­zt oder entste­ht ein sehr großer Schaden, soll der Täter seine Fahrererlaub­nis abgeben.

Cannabiskonsum und Autofahren

Wer bek­ifft Auto fährt, muss natür­lich mit Kon­se­quen­zen rech­nen. Erst­täter sollen nicht mehr automa­tisch den Führerschein ver­lieren. Allerd­ings muss der Aut­o­fahrer bei ein­er MPU beweisen, dass er zum Aut­o­fahren geeignet ist. Auch an Patien­ten, die Cannabis aus medi­zinis­chen Grün­den nehmen, zweifeln die Experten. Auch diese soll­ten sich ein­er MPU unterziehen. Der Geset­zge­ber solle für geeignete Aufze­ich­nun­gen bei Kon­trollen im Straßen­verkehr sor­gen.

Verkehrssünder und Bußgeld

Eine grund­sät­zliche Erhöhung der Geld­bußen lehnen die Experten ab. Der Geset­zge­ber soll aber gefährliche Verkehrsver­stöße  ver­stärkt ahn­den. Die Experten haben aber nicht nur über Strafe und Buße gesprochen, son­dern beton­ten auch, dass Beschilderun­gen nachvol­lziehbar sein sollen und psy­chol­o­gis­che Maß­nah­men gestärkt wer­den sollen.

Schwerverletzte und ihre Ansprüche

Die Experten hat­ten die Idee, ähn­lich der Kranken­ver­sicherung, eine geset­zliche Unfal­lver­sicherung zu etablieren. Grund­sät­zlich habe der Haftpflichtver­sicher­er dafür zu sor­gen, dass Schw­erver­let­zte Zahlun­gen wegen ihrer ver­mehrten Bedürfnisse (behin­derten­gerechter Umbau der Woh­nung oder des PKWs usw.) erhal­ten sollen. Außer­dem stell­ten die Experten fest, dass Schw­er­stver­let­zte meist auf Begleit­per­so­n­en angewiesen sein, deren Kosten man auch berück­sichti­gen müsse.

Inkasso aus dem Ausland

Stellen Sie sich vor: Im Briefkas­ten liegt keine Urlaub­skarte aus dem Aus­land, son­dern ein Bußgeldbescheid aus dem Urlaub­sort. Dann ist der Ärg­er meis­tens groß. Oft übernehmen meis­tens Inkas­so-Büros aus dem Aus­land den Auf­trag, das Geld einzutreiben. Ein­mal falsch Parken, kann dann wegen der hohen Gebühren extrem hoch wer­den. Die Experten hal­ten das für falsch und wollen diese Möglichkeit ver­bi­eten lassen. Ein großer Kri­tikpunkt: Oft trudeln die Beschei­de erst Jahre später ein und der eigentliche Fall kann nur schw­er über­prüft wer­den.

 

Mehr Infor­ma­tio­nen find­en Sie auch auf der Seite des Verkehrs­gericht­stages.

 

56. Verkehrsgerichtstag: Autonomes Fahren, Cannabis & Fahrerflucht

24. Jan­u­ar 2018 Das klingt nach einem span­nen­den Zukun­fts-Thriller? Es han­delt sich hier um einige der The­men des Verkehrs­gericht­stags. Recht­san­walt Anto­nio Durán Muñoz ist heute für Sie in Goslar, um sich über die neusten Entwick­lun­gen und The­men im Verkehrsrecht auf dem Laufend­en zu hal­ten. Zum 56. Mal disku­tieren Juris­ten, Recht­san­wälte und Fach­leute in Goslar auf dem Verkehrs­gericht­stag, wie man das Verkehrsrecht verbessern und an neue The­men anpassen kann. Die Arbeit­skreise for­mulieren Empfehlun­gen, die oft auch ihren Weg in neue Geset­ze und Verord­nun­gen find­en.

Verkehrsgerichtstag, entscheidet, ob der Unfallflucht-Paragraph antiquiert ist?

Fahrerflucht
Fahrerflucht ist ein The­ma auf dem Verkehrs­gericht­stag.

Es geht um den Straftatbe­stand “uner­laubtes Ent­fer­nen vom Unfal­lort” So heißt die juris­tisch kor­rek­te Beze­ich­nung für Fahrerflucht. Das ste­ht in § 142 StGB (Strafge­set­zbuch). Wer sich ein­fach vom Unfal­lort ent­fer­nt, muss erst ein­mal mit ver­sicherungsrechtlichen Kon­se­quen­zen rech­nen. Es kön­nen aber auch strafrechtliche Sank­tio­nen fol­gen. Der Para­graph stammt übri­gens aus dem Jahr 1975. Doch passt der Straftatbe­stand noch in unsere dig­i­tale Welt? Die Experten beschäfti­gen sich deshalb mit der Frage, ob es nicht endlich Zeit für eine Reform ist.

Passen Cannabiskonsum und Autofahren zusammen?

Cannabis und Autofahren
Cannabis und Aut­o­fahren? Wie kann das geset­zlich geregelt wer­den?

Nein, die Juris­ten beschäfti­gen sich nicht mit dem bek­ifften Fahrer, der mit kleinen roten Augen und einem Joint am Steuer nach­hause fahren will. Dieser wäre natür­lich nicht in der Lage sich­er Auto zu fahren. Doch was passiert dann bei gele­gentlichen Cannabiskon­sum? Vor allem bei Schmerz­pa­tien­ten, die Cannabis auf Rezept erhal­ten? In Goslar fra­gen sich die Experten deswe­gen, ab welch­er THC-Konzen­tra­tion im Blut der Fahrer nicht mehr fahrbere­it ist. Wie sieht es mit der Aufk­lärung aus? Und kann ein Fahrer unter THC ein­fach so die Fahrerlaub­nis ver­lieren?

Wer haftet, wenn keiner gefahren ist?

Das automa­tisierte Fahren spielte auch an ver­gan­genen Verkehrs­gericht­sta­gen in Goslar eine Rolle. In den kom­menden Tagen geht es darum, wer im Falle eines Unfalls haftet. Für die Zukun­ft stellt man sich vielle­icht vor, während der Aut­o­fahrt mal ein gutes Buch zu lesen oder ein Nick­erchen zu machen. Und das als Fahrer! Das Steuer zieht sich dezent zurück. Das Auto und die Tech­nik küm­mern sich um alles. Ist es so ein­fach? Muss der Fahrer vielle­icht eine Kon­troll­funk­tion übernehmen und eventuelle Sys­temaus­fälle erken­nen? Mit Sicher­heit wir das automa­tisierte Fahren auch bei kom­menden Verkehrs­gericht­sta­gen immer wieder ein The­ma sein.

Was ist das Leben und die eigene Unversehrtheit wert?

Auch die Ansprüche Schw­er­stver­let­zter nach einem Unfall sind ein großes The­ma. Wie kann man Verkehrsgerichtstag Bußgeldeine starke kör­per­liche Ein­schränkung finanziell aus­gle­ichen? Mit welchen Beein­träch­ti­gun­gen muss man nach einem Unfall rech­nen? Wie kann ein zukün­ftiges Leben gestal­tet wer­den? Um diese und weit­ere Fra­gen küm­mern sich die Experten eben­falls.

 

Sorgen höhere Bußgelder für mehr Sicherheit auf den Straßen?

Europäis­che Nach­barn machen es vor. Das Bußgeld für zu schnelles Fahren oder sog­ar Falsch­parken ist in eini­gen Nach­bar­län­dern wesentlich höher als hier in Deutsch­land. Sorgt das für mehr Sicher­heit auf den Straßen? Ich bin ges­pan­nt, welche Empfehlung die Experten vom Verkehrs­gericht­stag aussprechen wer­den.

Inkas­so aus dem Aus­land, Schif­fahrt der Zukun­ft und Gren­zen des Prozess­rechtssys­tems sind weit­ere The­men, mit denen sich die Fach­leute auf dem Verkehrs­gericht­stag beschäfti­gen wer­den. Wir hal­ten Sie hier auf dem Laufend­en.

Wintertipp: So entziffern Sie zugeschneite Verkehrsschilder!

15. Jan­u­ar 2018 Ob und wo es in den kom­menden Tagen schneien wird, kön­nen wir Ihnen natür­lich nicht sagen. Einen Tipp haben wir aber für Sie. Was kön­nen Sie tun, wenn Sie zugeschneite Verkehrss­childer nicht erken­nen kön­nen? Ist das die per­fek­te Ausrede?

Grundsätzlich gilt: Sie müssen auch zugeschneite Verkehrsschilder beachten! Die Form hilft.

Klingt unl­o­gisch? Nicht unbe­d­ingt! Denn einige Verkehrss­childer kön­nen Sie alleine an ihrer Form erkenn. Das achteck­ige Schild kann nur das Stopp­schild sein. Das Dreieck mit der Spitze nach unten kann nur das Zeichen für „Vor­fahrt gewähren“ sein. In diesen Fällen muss man also an der Kreuzung anhal­ten, Schnee hin oder her.

zugeschneites Verkehrsschild
Noch kann man das Verkehrss­child lesen.

Das Tempolimit ist verschneit. Und jetzt?

Aber was ist zu tun, wenn Sie das Tem­polim­it nicht lesen kön­nen? Logik hil­ft Ihnen als Aut­o­fahrer meis­tens weit­er. Innerorts dür­fen Sie nor­maler­weise nicht schneller als 50 Stun­denkilo­me­ter fahren. Ein Schild an ein­er Straße wird je nach Beschaf­fen­heit eher auf ein Lim­it unter 50 Stun­denkilo­me­ter hin­weisen. Auf der Auto­bahn ist das nicht mehr ganz so ein­fach. Soll­ten Sie hier das Tem­polim­it nicht entz­if­fern kön­nen, kön­nte das sog­ar eine Entschuldigung für zu schnelles fahren sein. Aber: Der Fahrer muss beweisen, dass er das Tem­polim­it nicht erken­nen kon­nte. Das Prob­lem liegt auf der Hand. Schnee schmilzt oder ver­we­ht. Und genau­so schnell schmelzen oder ver­we­hen eben auch die Beweise.

Wer sich in der Gegend auskennt, hat überhaupt keine Ausrede.

Anwohn­er und so genan­nten Ort­skundi­gen wird erst ein­mal unter­stellt, dass sie auch die Schilder in ihrer Umge­bung ken­nen. Das Tem­po-30-Schild ist zu zugeschneit, also darf man heut mal aufs Gaspedal treten? In diesem Fall muss man defin­i­tiv mit einem Bußgeld rech­nen. Eine Ausrede hat man hier also nicht.

zugeschneite Verkehrsschilder
Wer sich ausken­nt, braucht eigentlich keine Schilder.

Bei Schnee sollten Sie sowieso langsamer fahren.

Nicht nur die Verkehrss­childer son­dern auch die Wit­terungs­be­din­gun­gen geben die Fahrgeschwindigkeit vor. So gibt es die StVO vor. Das Tem­polim­it ist ver­schneit? Im Zweifel liegt der Schnee auch auf der Straße und Sie müssten ohne­hin langsamer fahren. Wer im Win­ter zu schnell fährt und deshalb einen Unfall verur­sacht, riskiert eine Menge. Fahren Sie also lieber vor­sichtig, beson­ders, wenn die Verkehrss­childer kaum zu lesen sind.

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Das neue Jahr 2018 bringt auch neue Verkehrsregeln!

3. Jan­u­ar 2018

Auch das Jahr 2018 bringt einige Änderun­gen im Verkehrsrecht und neue Verkehrsregeln mit sich. Zum Beispiel die Beleuch­tung für den Fahrradan­hänger, stren­gere Abga­sun­ter­suchun­gen oder eCall.

Damit Sie nicht die Über­sicht ver­lieren, haben wir das wichtig­ste zusam­menge­fasst.

Die Abgasuntersuchung wird strenger. Onboard-Diagnose reicht nicht mehr.

Auf Dat­en alleine will man sich bei der Abga­sun­ter­suchung (AU) 2018 nicht mehr ver­lassen. Seit dem 1. Jan­u­ar 2018 ist nun auch die soge­nan­nte Endrohrmes­sung Vorschrift. Bis­lang reichte es aus, die Dat­en des Fahrzeugs auszule­sen. Tauchte dort ein Fehler auf, musste man weit­er kon­trol­lieren. Die Endrohrmes­sung soll jet­zt garantieren, dass man Fehler bei der Abgas­reini­gung bess­er find­en kann.

Fahrradfahrer müssen ihre Anhänger besser beleuchten.

Auch Fahrradan­hänger sollen mit sicher­er wer­den. Deshalb müssen sich 2018 nicht nur Aut­o­fahrer, son­dern auch Fahrrad­fahrer mit Anhängern auf stren­gere neue Verk­stregeln ein­stellen. Das bet­rifft vor allem Kinder­an­hänger. Die neuen Regeln betr­e­f­fen alle über 60 Zen­time­ter bre­it­en Anhänger. Also die meis­ten Anhänger. Zwei weiße Reflek­toren sollen an die Vorder­seite und zwei rote an die Rück­seite. Beson­ders schleckt ist es, wenn der Anhänger die Hälfte des Fahrradrück­lichts verdeckt. Dann muss man außer­dem eine rote Rück­leuchte am Fahrradan­hänger anbrin­gen. Manche Mod­ell sind beson­ders bre­it. Ist ein Anhänger bre­it­er als einen Meter, muss der Fahrrad­fahrer zusät­zlich vorne links eine Frontleuchte anbrin­gen.

WLTP statt NEFZ. Kfz-Steuer soll von tatsächlichen CO2-Emissionen abhängen.

Stren­gere AU und stren­gere Bemes­sungs­gren­zen bei der Kfz-Steuer kom­men in diesem Jahr auf Sie zu. Das WLTP-Ver­fahren soll Ver­brauch und CO2-Ausstoß beson­ders genau bes­tim­men. Die Kfz-Steuer kön­nte dann also steigen. Das gilt aber nur für Neuwa­gen, die das erste Mal zuge­lassen wer­den. Schauen Sie also beim Autokauf im neuen Jahr beson­ders genau hin.

Neue Zeichen für Autoreifen. M+S gehört bald der Vergangenheit an.

Neue Sym­bole gibt es ab 2018 sowohl für Win­ter- als auch für Ganz­jahres­reifen, eine Schneeflocke vor einem Berg. Das M+S-Symbol gilt noch über­gangsweise bis zum 30. Sep­tem­ber 2024. Nur Reifen, die ab 2018 pro­duziert wer­den, müssen das neue Sym­bol tra­gen. Dem Fahrer dro­ht dann son­st ein Bußgeld.

Notfallruf im Auto – eCall wird Pflicht.

Nach einem Unfall schneller Hil­fe bekom­men. Das elek­tro­n­is­che Notruf­sys­tem soll deshalb ab 1. April in jedem neuen Auto steck­en. Es beste­ht aus einem GPS-Empfänger und ein­er Mobil­funkein­heit. So soll es bei einem Unfall automa­tisch Dat­en über­mit­teln. Bei einem sehr starken Auf­prall soll dann automa­tisch ein Notruf aus­gelöst wer­den, den der Fahrer wider­rufen kann.

Soll­ten Sie Fra­gen haben, melden Sie sich gern bei uns.

Es wird kalt! Jetzt an die Winterreifen denken!

Eine Faus­tregel lautet “Von O bis O”, also von man soll Ostern bis Okto­ber die Reifen wech­seln. Die Bes­tim­mungen sind auch geset­zlich geregelt.

Ein genauer Zeit­punkt ist im Gesetz allerd­ings nicht fest­gelegt. Grund­sät­zlich sollte man die Reifen den Wit­terungs­be­din­gun­gen anpassen.

Verzichtet man kom­plett auf Win­ter­reifen, dro­ht ein Bußgeld von 40 Euro. Teur­er wird es, wenn mann auf­grund der falschen Reifen im tiefen Schnee den Verkehr behin­dert. Das Bußgeld beträgt in diesem Fall 80 Euro. Hat man wegen des aus­ge­lasse­nen Reifen­wech­sels einen Unfall verur­sacht, kann es vorkom­men, dass der Ver­sicher­er die Zahlung ver­weigert.