Wintertipp: So entziffern Sie zugeschneite Verkehrsschilder!

15. Januar 2018 Ob und wo es in den kommenden Tagen schneien wird, können wir Ihnen natürlich nicht sagen. Einen Tipp haben wir aber für Sie. Was können Sie tun, wenn Sie zugeschneite Verkehrsschilder nicht erkennen können? Ist das die perfekte Ausrede?

Grundsätzlich gilt: Sie müssen auch zugeschneite Verkehrsschilder beachten! Die Form hilft.

Klingt unlogisch? Nicht unbedingt! Denn einige Verkehrsschilder können Sie alleine an ihrer Form erkenn. Das achteckige Schild kann nur das Stoppschild sein. Das Dreieck mit der Spitze nach unten kann nur das Zeichen für „Vorfahrt gewähren“ sein. In diesen Fällen muss man also an der Kreuzung anhalten, Schnee hin oder her.

zugeschneites Verkehrsschild
Noch kann man das Verkehrsschild lesen.
Das Tempolimit ist verschneit. Und jetzt?

Aber was ist zu tun, wenn Sie das Tempolimit nicht lesen können? Logik hilft Ihnen als Autofahrer meistens weiter. Innerorts dürfen Sie normalerweise nicht schneller als 50 Stundenkilometer fahren. Ein Schild an einer Straße wird je nach Beschaffenheit eher auf ein Limit unter 50 Stundenkilometer hinweisen. Auf der Autobahn ist das nicht mehr ganz so einfach. Sollten Sie hier das Tempolimit nicht entziffern können, könnte das sogar eine Entschuldigung für zu schnelles fahren sein. Aber: Der Fahrer muss beweisen, dass er das Tempolimit nicht erkennen konnte. Das Problem liegt auf der Hand. Schnee schmilzt oder verweht. Und genauso schnell schmelzen oder verwehen eben auch die Beweise.

Wer sich in der Gegend auskennt, hat überhaupt keine Ausrede.

Anwohner und so genannten Ortskundigen wird erst einmal unterstellt, dass sie auch die Schilder in ihrer Umgebung kennen. Das Tempo-30-Schild ist zu zugeschneit, also darf man heut mal aufs Gaspedal treten? In diesem Fall muss man definitiv mit einem Bußgeld rechnen. Eine Ausrede hat man hier also nicht.

zugeschneite Verkehrsschilder
Wer sich auskennt, braucht eigentlich keine Schilder.
Bei Schnee sollten Sie sowieso langsamer fahren.

Nicht nur die Verkehrsschilder sondern auch die Witterungsbedingungen geben die Fahrgeschwindigkeit vor. So gibt es die StVO vor. Das Tempolimit ist verschneit? Im Zweifel liegt der Schnee auch auf der Straße und Sie müssten ohnehin langsamer fahren. Wer im Winter zu schnell fährt und deshalb einen Unfall verursacht, riskiert eine Menge. Fahren Sie also lieber vorsichtig, besonders, wenn die Verkehrsschilder kaum zu lesen sind.

Sie haben eine Frage? Melden Sie sich bei uns!

Das neue Jahr 2018 bringt auch neue Verkehrsregeln!

3. Januar 2018

Auch das Jahr 2018 bringt einige Änderungen im Verkehrsrecht und neue Verkehrsregeln mit sich. Zum Beispiel die Beleuchtung für den Fahrradanhänger, strengere Abgasuntersuchungen oder eCall.

Damit Sie nicht die Übersicht verlieren, haben wir das wichtigste zusammengefasst.

Die Abgasuntersuchung wird strenger. Onboard-Diagnose reicht nicht mehr.

Auf Daten alleine will man sich bei der Abgasuntersuchung (AU) 2018 nicht mehr verlassen. Seit dem 1. Januar 2018 ist nun auch die sogenannte Endrohrmessung Vorschrift. Bislang reichte es aus, die Daten des Fahrzeugs auszulesen. Tauchte dort ein Fehler auf, musste man weiter kontrollieren. Die Endrohrmessung soll jetzt garantieren, dass man Fehler bei der Abgasreinigung besser finden kann.

Fahrradfahrer müssen ihre Anhänger besser beleuchten.

Auch Fahrradanhänger sollen mit sicherer werden. Deshalb müssen sich 2018 nicht nur Autofahrer, sondern auch Fahrradfahrer mit Anhängern auf strengere neue Verkstregeln einstellen. Das betrifft vor allem Kinderanhänger. Die neuen Regeln betreffen alle über 60 Zentimeter breiten Anhänger. Also die meisten Anhänger. Zwei weiße Reflektoren sollen an die Vorderseite und zwei rote an die Rückseite. Besonders schleckt ist es, wenn der Anhänger die Hälfte des Fahrradrücklichts verdeckt. Dann muss man außerdem eine rote Rückleuchte am Fahrradanhänger anbringen. Manche Modell sind besonders breit. Ist ein Anhänger breiter als einen Meter, muss der Fahrradfahrer zusätzlich vorne links eine Frontleuchte anbringen.

WLTP statt NEFZ. Kfz-Steuer soll von tatsächlichen CO2-Emissionen abhängen.

Strengere AU und strengere Bemessungsgrenzen bei der Kfz-Steuer kommen in diesem Jahr auf Sie zu. Das WLTP-Verfahren soll Verbrauch und CO2-Ausstoß besonders genau bestimmen. Die Kfz-Steuer könnte dann also steigen. Das gilt aber nur für Neuwagen, die das erste Mal zugelassen werden. Schauen Sie also beim Autokauf im neuen Jahr besonders genau hin.

Neue Zeichen für Autoreifen. M+S gehört bald der Vergangenheit an.

Neue Symbole gibt es ab 2018 sowohl für Winter- als auch für Ganzjahresreifen, eine Schneeflocke vor einem Berg. Das M+S-Symbol gilt noch übergangsweise bis zum 30. September 2024. Nur Reifen, die ab 2018 produziert werden, müssen das neue Symbol tragen. Dem Fahrer droht dann sonst ein Bußgeld.

Notfallruf im Auto – eCall wird Pflicht.

Nach einem Unfall schneller Hilfe bekommen. Das elektronische Notrufsystem soll deshalb ab 1. April in jedem neuen Auto stecken. Es besteht aus einem GPS-Empfänger und einer Mobilfunkeinheit. So soll es bei einem Unfall automatisch Daten übermitteln. Bei einem sehr starken Aufprall soll dann automatisch ein Notruf ausgelöst werden, den der Fahrer widerrufen kann.

Sollten Sie Fragen haben, melden Sie sich gern bei uns.

Es wird kalt! Jetzt an die Winterreifen denken!

Eine Faustregel lautet „Von O bis O“, also von man soll Ostern bis Oktober die Reifen wechseln. Die Bestimmungen sind auch gesetzlich geregelt.

Ein genauer Zeitpunkt ist im Gesetz allerdings nicht festgelegt. Grundsätzlich sollte man die Reifen den Witterungsbedingungen anpassen.

Verzichtet man komplett auf Winterreifen, droht ein Bußgeld von 40 Euro. Teurer wird es, wenn mann aufgrund der falschen Reifen im tiefen Schnee den Verkehr behindert. Das Bußgeld beträgt in diesem Fall 80 Euro. Hat man wegen des ausgelassenen Reifenwechsels einen Unfall verursacht, kann es vorkommen, dass der Versicherer die Zahlung verweigert.

Abgeschleppt? Verkehrssünnder müssen auch die Vorbereitungskosten des Abschleppers übernehmen.

Wer falsch parkt und z. B. eine Feuerwehrzufahrt zuparkt wird abgeschleppt. So weit so gut. Dabei geht es aber nicht nur um die reinen Abschleppkosten, sondern auch um Pauschalen.

Passiert ist Folgendes: Weil ein Autofahrer einen Kranken einliefern wollte, stellte er sich einfach quer über die Feuerwehrzufahrt vor einem Krankenhaus. Der Wagen wurde natürlich sofort abgeschleppt. Das hat der Fahrer eingesehen. Warum er aber noch 90 Euro für die so genannte Fahrzeugvorbereitung bezahlen sollte, konnte er nicht verstehen.

Am Landgericht München wurde der Fall geklärt. Die Richter entschieden, auch die Pauschalen müssten größtenteils bezahlt werden (Landgericht München I, Az 15 S 14002/09, Urteil vom 06.04.2011).